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Rund 10.000 Streikende im Sozial- und Erziehungsdienst

Rund 10.000 Streikende im Sozial- und Erziehungsdienst

12.05.2022

Am letzten und landesweiten Warnstreiktag vor der entscheidenden Verhandlungsrunde im Sozial- und Erziehungsdienst haben heute in Baden-Württemberg rund 10.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Aufgerufen waren alle Bereiche von Kitas über Ganztag, soziale Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Allein in Stuttgart demonstrierten am Mittag über 6.000 Streikende, in Ulm 600 und in Freiburg zur Stunde über 1.500. Viele Beschäftigte waren auch vor Ort präsent.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter, forderte in Freiburg die baden-württembergischen Arbeitgeber auf, sich endlich innerhalb der VKA für ein gutes Ergebnis einzusetzen: „Die enorme Beteiligung heute im Land, fast doppelt so viele wie bisher, und der absolute Wille und die Entschlossenheit der Streikenden sollten die letzten Arbeitgeber aufgeweckt haben: nächste Woche geht es um echte Entlastung und spürbare Aufwertung und nicht um Massagen in der Mittagspause.“

Mit Blick auf die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber und Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen, Karin Welge, die sich letzten Samstag freuen konnte, dass ihr Schalke wieder erstklassig spielt, forderte Gross: „Sorgen sie nächste Woche dafür, dass die sozialen Berufe in Deutschland nicht länger Facharbeit zweiter Klasse sind.“

Aktionen und Warnstreiks in Baden-Württemberg nach ver.di Bezirken:

Stuttgart:
Am 12. Mai Warnstreik in allen SuE Bereichen in der Stadt Stuttgart sowie in den Landkreisen Rems-Murr, Böblingen und Ludwigsburg.
Ablauf der landesweiten Kundgebung in Stuttgart:
Ab 10:30 Uhr bis 11:00 Uhr Auftaktkundgebung Stadtgarten /Universität Stuttgart, ab 11:00 Uhr Demonstration Stadtgarten, Schellingstraße, Friedrichstraße, Theodor-Heuss, Eberhardstraße, Hauptstätterstraße, Dorotheenstraße, Planie, Schlossplatz.
Ab 12:00 Uhr Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz – vor dem Finanzministerium (Aufstellung unter der Kastanienallee, Parallel zur Bolzstraße).

Rhein-Neckar:
Warnstreik am 12. Mai in Mannheim.
Teilnahme an Demo und Kundgebung in Stuttgart.

Heilbronn-Neckar-Franken
Am 11. Mai und 12. Mai zweitägiger Warnstreik in allen SuE Bereichen im Bezirk. Unter anderem in Stadt und Landkreis Heilbronn, in Crailsheim, in Schwäbisch Hall und Kupferzell. Am Mittwoch Demo ab 9:30 am Soleo in Heilbronn, Kundgebung am Kiliansplatz mit Hanna Binder. Am Donnerstag Teilnahme an Demo und Kundgebung in Stuttgart.

Fils-Neckar-Alb:
Am 11. Mai und 12. Mai zweitägiger Warnstreik in allen SuE Bereichen im Bezirk. Unter anderem in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen, im Landkreis Göppingen, im Landkreis Esslingen und im Landkreis Zollernalb.
Am 11.5 in Reutlingen: 10-11 Uhr Streikgelderfassung an der Stadthalle, 11 Uhr Demo, 12 Uhr Kundgebung am Marktplatz Reutlingen.
Am Donnerstag Teilnahme an Demo und Kundgebung in Stuttgart.

Mittelbaden-Nordschwarzwald
Am 12. Mai Warnstreik in allen SuE Bereichen der Stadt Karlsruhe, der Stadt Pforzheim, der Stadt Rastatt, der Landratsämter Enzkreis und Rastatt. Teilnahme an der Demo und Kundgebung in Stuttgart.

Südbaden Schwarzwald:
Am 12. Mai Warnstreik in allen SuE Bereichen im Bezirk. Kundgebung in Freiburg mit Martin Gross. Teilnahme aus dem Ortenaukreis und dem Landkreis Lörrach in Freiburg: Ab 10 Uhr sammeln auf dem Platz der alten Synagoge Freiburg, Demo 12.45 Uhr und Kundgebung 13.30 Uhr.
Teilnahme in Stuttgart von Konstanz, Radolfzell und Singen.

Ulm-Oberschwaben
Am 12. Mai Warnstreik in allen SuE Bereichen im Bezirk. Zentrale Kundgebung in Ulm am Münsterplatz.

Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen gehören zwar zum TVöD, die Eingruppierungsregelungen sowie weiterer Regelungen etwa zum Gesundheitsschutz sind in einem eigenen Tarifvertrag vereinbart, der erstmals 2009 und dann erneut 2015 verhandelt wurde. Bereits 2020 sollte die dritte Runde stattfinden, diese wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.
Für ver.di stehen in der Verhandlungsrunde drei Schwerpunkte im Vordergrund. Dazu gehören die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit. ver.di und die VKA verhandeln für rund 330.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Kommunen. Von den Verhandlungen betroffen sind aber auch zahlreiche Beschäftigte bei anderen Trägern, die die Verhandlungsergebnisse übernehmen.

Hinweis: Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 16. in Potsdam, Kongresshotel, Am Luftschiffhafen 1.

Direkt von den Verhandlungen betroffen sind in Baden-Württemberg die kommunal Beschäftigten pädagogischen Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, in der Schulkindbetreuung, in der Sozialarbeit und der Behindertenhilfe. Alleine in der frühkindlichen Bildung sind damit rund 45.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg direkt in kommunalen Einrichtungen betroffen, knapp 60.000 Beschäftigte sind bei Kitas von freien Trägern direkt oder indirekt berührt. Zusammen betreuen sie 473.000 Kinder. Darüber hinaus sind direkt oder indirekt im Land weitere 32.000 Beschäftigte in sozialen Diensten und Einrichtungen von den Verhandlungen betroffen.

Pressemappe mit ausführlichen Infos zur Tarifrunde:
https://www.verdi.de/presse/aktuelle-themen/++co++f765df52-930d-11ec-bc73-001a4a160129

 

 

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
tHeo.1 / Theodor-Heuss-Straße 2 / 70174 Stuttgart
Email: andreas.henke@verdi.de