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Heute auch in Baden-Württemberg Warnstreiks bei der Deutschen Post AG – erste Arbeitsniederlegungen in den Briefverteilzentren in Reutlingen und Villingen-Schwenningen

09.09.2020

Heute bestreikt ver.di seit 16:30 Uhr die beiden Briefverteilzentren der NL Betrieb Reutlingen in Reutlingen und Villingen-Schwenningen. Nachdem die Arbeitgeber in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Deutschen Post AG am 3. und 4. September kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hatten, ruft die Gewerkschaft heute bundesweit zu ersten vollschichtigen Warnstreiks auf, um Druck auf den Post-Konzern auszuüben.

Die DP AG konnte nach eigenen Angaben ihren Gewinn im Bereich Post und Paket um knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Bisher wurde durch die Arbeitgeberseite aber der Eindruck vermittelt, die Beschäftigten lediglich mit einer Tariferhöhung von 1,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten abzufertigen.

„Danke und ein paar warme Worte reichen den Kolleginnen und Kollegen für Ihre systemrelevante Arbeit nicht aus. Die Beschäftigten hatten und haben in und durch die Pandemie eine erhebliche Arbeitsverdichtung zu schultern, der Post-Konzern will die dadurch erwirtschafteten Gewinnen einbehalten. Es geht jetzt um eine ordentliche Lohnerhöhung statt einem Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten“, so die baden-württembergische Landesfachbereichsleiterin Martina Dukek.

ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post AG eine Tarifsteigerung von 5,5 Prozent für zwölf Monate. Die Ausbildungsvergütungen sollen für jedes Ausbildungsjahr monatlich um 90 Euro erhöht werden.

ver.di hatte die Entgelttabellen zum 31. August 2020 gekündigt, damit endete auch die Friedenspflicht. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 21./22. September statt.
Im Land arbeiten bei der Post AG rund 25.000 Tarifbeschäftigte und rund 5.000 Beamtinnen und Beamte. Die Post ist für die Briefzustellung sowie auch für die Paketzustellung zuständig.

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
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