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Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden verstärkt - am Freitag …

Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden verstärkt - am Freitag Jugendstreikparade in Mannheim

14.03.2018

Nachdem die zweite Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen gestern Abend in Potsdam ohne Angebot zu Ende gegangen ist, wird ver.di zunächst bis zu den Osterferien im ganzen Land zu weiteren, zumeist dezentralen Warnstreiks aufrufen. Ab der kommenden Woche sollen auch immer mehr „spürbare Arbeitsniederlegungen“ stattfinden. ver.di wird dies jeweils rechtzeitig ankündigen, so dass sich Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Eltern, die von geschlossenen Kitas betroffen sind, darauf vorbereiten können. Bei Streikaufrufen in Kliniken wird die Gewerkschaft sehr verantwortungsvoll die jeweils regionalen Auswirkungen der Grippewelle berücksichtigen.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Die größten staatlichen Überschüsse in der Geschichte der Bundesrepublik und kein Angebot für die eigenen Beschäftigten: das passt wie die Faust aufs Auge. Wertschätzung wäre angezeigt: Dafür, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den langen Monaten ohne Regierung dieses Land so gut am Laufen gehalten haben.“

Ein erstes lautes Ausrufezeichen in der laufenden Tarifrunde werden am Freitagvormittag rund 500 streikende Auszubildende und junge Beschäftigte aus dem ganzen Land setzen, die an einer Streikparade durch die Mannheimer Innenstadt teilnehmen.

Julian Wiedmann, Landesjugendsekretär: „Dass die Arbeitgeber den Auszubildenden den vollen Urlaubsanspruch weiterhin verwehren ist nicht in Ordnung. Die Begründung, wer nur lernt braucht auch nicht so viel Erholung, ist ein Affront. Jetzt werden die Azubis am Freitag zeigen, dass sie etwas wert sind.“ ver.di erwartet von den Arbeitgebern, dass auch die Auszubildenden 30 Tage Urlaub erhalten, wie alle anderen Beschäftigten auch.

Warnstreiks und Aktionen in Baden-Württemberg in dieser Woche:

Mittwoch, 14. März
In Ulm „Stadtspaziergang“ von zehn bis elf Uhr der Erzieherinnen mit Kindern unter dem Motto „wir bringen Bewegung in die Verhandlungen“. ver.di rechnet mit 300 Beschäftigten und tausenden Kindern. Hauptpunkte sind der Willy-Brandt-Platz und der Tannenplatz. Eignet sich gut für Bildberichterstattung.

Stadt Crailsheim: Morgens Warnstreik mit Schwerpunkt Bauhof, Ansprechpartner Bernhard Rauscher 01709193572 SLK Klinken Heilbronn, Am Gesundbrunnen: Mittagszeit, Kundgebung gegen 12.30 Uhr
Kontakt: Arne Gailing 0160 93602379
SLK Kliniken Bad Friedrichshall, Am Plattenwald, Kundgebung gegen 15.30 Uhr

Stuttgart: Preisverleihungs-Aktion vor dem Rathaus um 12 Uhr

Donnerstag, 15. März
Offenburg: Kundgebung mit Demo um 18 Uhr am Platz der Verfassungsfreunde/Reithalle

Freitag, 16. März
Jugendstreikparade in Mannheim:
Erwartet werden rund 500 streikende Auszubildende und junge Beschäftigte aus ganz Baden-Württemberg, die ab 10:30 Uhr an einer Streikparade (analog Loveparade) teilnehmen. Start ist am Theodor-Kutzer-Ufer in Mannheim vor der Universitätsmedizin.
Abschlusskundgebung ist gegen 12:00 Uhr am Paradeplatz.
Sprechen wird unter anderen der ver.di Bundesjugendsekretär Simon Habermaaß.

ver.di fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu übernehmen, will ver.di wieder in Kraft setzen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger zu übertragen.

Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 15. und 16. April 2018 in Potsdam vereinbart.

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
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