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Erster Streik im baden-württembergischen Großhandel - Edeka- …

Erster Streik im baden-württembergischen Großhandel - Edeka- Zentrallager in Ellhofen bestreikt

07.06.2021

Etwa 80 Beschäftigte des Edeka-Zentrallagers in Ellhofen (Kreis Heilbronn) folgten am heutigen Montag dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di zur Arbeitsniederlegung. In einem ganztägigen Warnstreik wurden beide Schichten bestreikt.
Mit der Arbeitsniederlegung protestierten die Lagerarbeiter des Lebensmittelgroßhändlers gegen das Verhalten der Arbeitgeber in der gegenwärtigen Tarifrunde. Hier wurde in zwei bisherigen Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die Streikenden sind empört über das Ansinnen der Arbeitgeber, im Jahr 2021 jegliche Entgelterhöhung (einschließlich Einmalzahlungen) grundsätzlich ausfallen zu lassen. Tarifliche Erhöhungen ab 2022 soll es nach dem Willen der Arbeitgeber nur in differenzierter Weise und nach der Krisenbetroffenheit der Unternehmen geben.
„Eine Lohnpause für das Jahr 2021 ist indiskutabel und mit uns keinesfalls machbar! Auch in diesem Jahr kann und muss es deutliche tabellenwirksame Erhöhungen geben. Je früher, desto besser, denn die Preise steigen seit Jahresbeginn wieder kräftig“, erklärte die Heilbronner ver.di-Sekretärin Caroline Kirchhoff. „Dass die Mitarbeitenden im Handel noch vor Kurzem als die Helden der Pandemie gefeiert wurden, ist schon offenbar in Vergessenheit geraten“, so Kirchhoff weiter.

Am 10 Juni werden die Verhandlungen fortgesetzt. Sollte es auch dann noch kein faires Angebot der Arbeitgeber geben, heißt es bei ver.di, will die Gewerkschaft den Arbeitskampf ausweiten und intensivieren.

ver.di hat die Entgelttarifverträge zum 31. März 2021 gekündigt und erhebt folgende Forderungen:
- Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 %, mindestens um 150 €,
- ein tarifliches Mindestentgelt von 12,50 € pro Stunde,
- Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 €,
- die neuen Tarifverträge sollen für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart und
- für allgemeinverbindlich erklärt werden.

In Fällen, wo Unternehmen aufgrund der aktuellen Krise in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind, ist ver.di zu Verhandlungen über Regelungen bereit, mit denen unter Einbeziehung von Zukunfts- und Beschäftigungssicherung angepasste tarifliche Lösungen erzielt werden sollen. Dies lehnen die Arbeitgeber ab, sie favorisieren Differenzierungen bereits im Flächentarifvertrag.

Pressekontakt

Wolfgang Krüger
Fachbereich Handel
ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1, 70174 Stuttgart
701734 Stuttgart
Tel.: 0711/88788-1221
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