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Zumeldung: ver.di fordert Landesregierung zur Aufstockung der Corona-Prämie für Krankenhaus-Beschäftigte auf

04.09.2020

Irene Gölz, ver.di Landesfachbereichsleiterin Gesundheitswesen: "Wir begrüßen, dass es endlich Bewegung bei der Prämie für weitere systemrelevante Bereiche gibt. Allerdings darf nicht nur der Einsatz ausgewählter Pflegekräfte, sondern auch anderer Beschäftigter in den Krankenhäusern honoriert werden. Reinigungskräfte und Beschäftigte im Labor zum Beispiel waren und sind ausgesprochen wichtig zur Eindämmung der Pandemie und für den Schutz von Menschenleben. Sie alle haben eine Prämie von 1.500 Euro für ihren Einsatz in der Pandemie mehr als verdient. Jetzt sollte die Landesregierung das wenig wertschätzende Tauziehen der letzten Monate schnell beenden und dafür sorgen, dass das, was in der Altenpflege möglich war, auch in den Krankenhäusern umgesetzt wird: Der Betrag muss jetzt rasch aufgestockt werden, der Personenkreis erweitert werden. Das wäre der mehr als verdiente Lohn. Und Rückenwind für die herausfordernden, vor uns liegenden Monate im Winterhalbjahr,
den die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken dringend gebrauchen können.“

ver.di Baden-Württemberg begrüßt, dass die CDU-Landtagsfraktion sich für eine Aufstockung der Corona-Prämie für Krankenhausbeschäftigte durch das Land stark macht.

Gölz: „Die Corona-Prämie ist aber kein Ersatz für eine dauerhafte Aufwertung der Berufe. In der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst haben die Arbeitgeber die Chance, ihre Werbekampagnen zur Gewinnung von Fachkräften für die Kliniken endlich um ein starkes Argument zu verbessern: eine leistungsgerechte Bezahlung."

Auch das Prozedere bei der Verteilung der Prämien sieht ver.di kritisch. Laut DKG und GKV-SV sollen die Krankenhausträger in Abstimmung mit den betrieblichen Interessenvertretungen entscheiden, wer wie viel Geld bekommt. ver.di fordert eine klare und bundesweit einheitliche Regelung: Alles andere führt zu Ungerechtigkeit und Unfrieden. DKG und GKV-SV haben an die Bundesländer appelliert, die Einmalzahlung auf bis zu 1.500 Euro aufstocken.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) hatten sich gestern grundsätzlich auf eine Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäusern geeinigt haben.

"Wir haben stets gefordert, den Einsatz der Beschäftigten in der Corona-Pandemie zu würdigen. Das hat allerdings nicht nur sehr lang gedauert, es ist auch nur eine Minimallösung herausgekommen, die viele Krankenhausbeschäftigte unzufrieden machen wird", sagte Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheitswesen zuständig ist. Von dem Bonus sollen lediglich bis zu 100.000 Pflegekräfte profitieren, also nur ein kleiner Teil der insgesamt 440.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern. Und das auch nur in Kliniken, die eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen versorgt haben. Dafür werden 100 Millionen Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt. "Ausgerechnet bei der Anerkennung der Leistungen in der Pandemie zeigen sich Kliniken und Krankenkassen knauserig. Das ist beschämend", kritisierte Bühler.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dem das Konzept nun vorgelegt wird, müsse dafür sorgen, "dass nicht nur der Einsatz aller Pflegekräfte, sondern auch anderer Beschäftigter in den Krankenhäusern honoriert wird", betonte Bühler. "Die Versorgung kranker Menschen ist Teamarbeit, an der unterschiedliche Berufsgruppen beteiligt sind."

Pressekontakt

Andreas Henke
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