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ver.di weist Dulgers Rentenforderungen zurück – Fachtag bestätigt: Armutsgefährdung nimmt dramatisch zu

29.08.2016

Beim ver.di Fachtag unter dem Titel „Armut hat viele Gesichter“ wurde an vielen Einzelbeispielen und belegt durch wissenschaftliche Beiträge bestätigt: Die Armutsgefährdung im Land nimmt dramatisch zu, Armut kann viele treffen, von ihr sind viele nur eine Krankheit oder eine Kündigung entfernt.
Hauptgrund für die Zunahme von Armut wird aber durch das in den nächsten Jahren sinkende Rentenniveau die Situation von Neurentnerinnen und Rentnern sein. Gut einem Drittel droht die Grundsicherung und damit Armut im Alter.
ver.di widerspricht deshalb vehement dem Präsidenten von Gesamtmetall, Rainer Dulger, der heute vor Reformen bei der gesetzlichen Rentenversicherung warnt.

Karin Grimm, bei ver.di Baden-Württemberg für Sozialpolitik zuständig: „Wer als Arbeitgebervertreter gleichzeitig fordert, dass die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht steigen dürfen und die Arbeitnehmer alleine die Risiken der betrieblichen kapitalgedeckten Vorsorge tragen sollen, hat sich faktisch aus der Sozialpartnerschaft verabschiedet. Das Ergebnis wären Millionen von Sozialhilfeempfängern im Alter. Der von uns allen gemeinsam erwirtschaftete Wohlstand reicht locker aus, um jetzt umzusteuern, mit paritätisch finanzierten und moderat steigenden Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung.“

In dem von ver.di Baden-Württemberg organisierten Fachtag Armut haben hochkarätige Referentinnen, unter anderem Prof. Dr. Rudolf Hickel und Sozialministerin a.D. Katrin Altpeter, über Armut in einem reichen Land diskutiert.

Hickel vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen, konstatierte in seinem Vortrag, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland seit Jahrzehnten zugenommen hat und die Konzentration auf Wenige an der Spitze wächst und forderte eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine echte Erbschaftssteuer.

Vortrag Hickel

Dr. Thomas Böhm, Sprecher des ver.di-Arbeitskreises Sozialpolitik, wies darauf hin, dass Armut auch zu einer dramatisch kürzeren Lebenserwartung führt: Arme Männer sterben fast elf Jahre früher als Gutverdienende, arme Frauen über acht Jahre.

Pressekontakt: Karin Grimm 0171 1159975

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
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