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Bisher über 1.000 bei ersten Aktionen und Warnstreiks in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder – auch kommende Woche weitere Warnstreiks

01.02.2019

Bis zum heutigen Freitag haben sich über 1.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder aus Baden-Württemberg an den ersten regionalen mehrstündigen Warnstreiks und Aktionen beteiligt. Schwerpunkte waren in dieser Woche vor allem die Zentren für Psychiatrie sowie Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerke und der ASB.

In der kommenden Woche wird ver.di Baden-Württemberg unmittelbar vor der zweiten Verhandlungsrunde zu weiteren jeweils mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufrufen. Betroffen sind unter anderem am Montag das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie viele Dienststellen im Raum Heilbronn. Am Dienstag werden sich auch wieder Beschäftigte an Zentren für Psychiatrie beteiligen. Von den neun Zentren wird auch eine Delegation am Mittwoch zu den Tarifverhandlungen nach Potsdam fahren.

Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Bis jetzt rufen wir mit Augenmaß zu Warnstreiks auf und erwarten, dass die Arbeitgeber ihrerseits nächste Woche nicht nur an ihren Geldbeutel denken, sondern auch und vor allem an ihre Beschäftigten. Diese erwarten, dass ein Tarifergebnis sie auf Augenhöhe zu ihren kommunalen Kolleginnen und Kollegen bringt.“

Irene Gölz, ver.di Landesfachbereichsleiterin im Gesundheitswesen: „Was wir brauchen ist eine Aufwertung der Tätigkeiten in den Zentren für Psychiatrie. Dazu können die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst der Länder jetzt den Sonntagsreden Taten folgen lassen und die Einkommen in der Pflege und in der sozialen Arbeit deutlich verbessern. Nur so kann auch der Fachkräftemangel behoben werden, der schon jetzt erhebliche Belastungen für Beschäftigte und Patientinnen und Patienten in der Psychiatrie bringt.“

In Baden-Württemberg waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2017 rund 316.000 (Vollzeitäquivalente 268.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 187.000 sind Beamte, rund 129.000 Angestellte, davon rund 48.000 befristet. Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von sechs Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 Euro sowie zusätzlich 300 Euro für die Pflegebeschäftigten. Ferner erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger der Länder und Kommunen übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen.

ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen werden in der zweiten Runde am 06. und 07. Februar 2019 in Potsdam fortgesetzt.

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
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