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Stiller Protest beim Helios Klinikum Pforzheim am Freitag - Beifall …

Stiller Protest beim Helios Klinikum Pforzheim am Freitag - Beifall zahlt keine Miete

16.12.2020

Die Beschäftigten der Helios Klinikum Pforzheim GmbH sehen sich gezwungen trotz Corona in den Warnstreik zutreten. Grund ist, dass ihr Arbeitgeber in der laufenden Tarifauseinandersetzung abermals kein Angebot vorgelegt hat. Die Tarifverhandlungen laufen seit Anfang des Jahres - die Gewerkschaft ver.di fordert hierbei auch eine bessere Eingruppierung der Beschäftigten.

„Die erneute Weigerung, die Arbeit der Beschäftigten angemessen anzuerkennen und wenigstens vor Weihnachten noch ein Angebot für die Eingruppierung vorzulegen, hat die Beschäftigten bitter enttäuscht. Damit zwingt der Arbeitgeber sie nun praktisch zum Warnstreik“, erklärt Yvonne Baumann, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft ver.di: „Gerade jetzt, wenn alle Beschäftigten im Klinikum sich täglich einem enormen Gesundheitsrisiko aussetzen müssen, sie zusätzliche Dienste übernehmen und am Limit arbeiten, blockiert ihr Arbeitgeber die Forderung nach Aufwertung, Anerkennung und Wertschätzung.“

Die Corona-Pandemie hatte die Verhandlungen in diesem Jahr stark behindert.
„Der Schutz der Bevölkerung war den Beschäftigten wichtig, daher haben wir die Verhandlungen zurückgestellt. Während jedoch in anderen Kliniken Corona-Sonderzahlungen geleistet werden, hält uns hier der Arbeitgeber einfach nur hin. Die Beschäftigten sind es langsam leid“, so Michael Janus, ver.di-Gewerkschaftssekretär in Karlsruhe.

Deshalb ruft ver.di die Beschäftigten des Helios Klinikums Pforzheim GmbH am 18. Dezember im Spätdienst zu einem Warnstreik auf. Aufgrund der angespannten Corona-Situation wird auf eine Kundgebung verzichtet, um so den aktuellen Maßnahmen zum Schutz von Leben und vor Überlastung des Gesundheitswesens Rechnung zu tragen. Trotz alledem wollen die Beschäftigten in einem stillen Protest auf ihre Situation aufmerksam machen. Hierzu werden gegen 16:30 Uhr die Botschaften und Bilder der Beschäftigten am Klinikum präsentiert.

„Für den Warnstreik gewährleisten wir auf den Bereichen mit COVID-19-Patienten die Normalbesetzung, da wir in diesen Tagen kein Risiko eingehen wollen. Zudem ist in allen anderen Bereichen eine Notversorgung sichergestellt“, so Janus.

Die Tarifverhandlungen für eine neue Eingruppierungssystematik begannen nach langer Hinhaltetaktik im März 2020 und werden mit der seit November ebenfalls anstehenden Lohnrunde zusammen verhandelt. Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Aufwertung aller Berufe am Klinikum über eine neue Eingruppierungssystematik und Gehaltserhöhungen im Gesamtumfang von neun Prozent. Der Arbeitgeber kündigte an, erst Mitte Januar 2021 ein Angebot vorlegen zu wollen.

Hinweis an die Redaktionen: Bilder und Interviews mit Mitgliedern der ver.di-Tarifkommission sind gegen 16:30 Uhr möglich.

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
tHeo.1 / Theodor-Heuss-Straße 2 / 70174 Stuttgart
Email: andreas.henke@verdi.de