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Zumeldung: Arbeitsmarktpolitische Reise der Wirtschaftsministerin …

Zumeldung: Arbeitsmarktpolitische Reise der Wirtschaftsministerin

12.04.2019

ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross hat heute Vormittag auf Einladung der Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut an ihrer „arbeitsmarktpolitischen Reise“ teilgenommen.

Beim Besuch der MHP Mobile Hauskrankenpflege GmbH, einem Intensivpflegeanbieter ohne Betriebsrat und Tarifbindung, sagte Gross: „Das Arbeitszeitgesetz ist bereits jetzt so flexibel und leider auch löchrig, dass hier in zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet werden darf. Dafür muss es keinen Millimeter weiter ausgehöhlt werden. Regelmäßig zwölf Stunden am Stück arbeiten ist niemals mit einem echten Gesundheitsschutz vereinbar.“

Zur heutigen Forderung der Ministerin, von der Präsenzkultur zur ergebnisorientierten Vertrauenskultur zu kommen, sagte Gross: „Das klingt harmlos. Wie das aber beispielsweise in den beiden heute Vormittag besuchten Betrieben, einer Intensivpflegeeinrichtung und einem Landgasthof, funktionieren soll, konnte die Ministerin nicht erklären.“

ver.di hatte die Ministerin zu einem zwölfstündigen Arbeitstag in einer ver.di Branche eingeladen. Dies hatte Hoffmeister-Kraut mit Verweis auf die heutige Reise abgelehnt.

Pflegebeschäftigte der heute besuchten Firma hatten bestätigt, dass die Belastung in ihrem vorherigen Job in einem Krankenhaus schon mit acht Stunden am Tag nicht tragbar war, weil dort der Betreuungsschlüssel deutlich schlechter ist.

Gross: „Wir laden die Ministerin deshalb jetzt herzlich ein, sich der Diskussion mit Beschäftigten der Uniklinik Tübingen zu stellen - dem mit Abstand größten Klinikum in der Nähe ihres Wahlkreises. Und gerne auch kürzer als zwölf Stunden. Denn schon wenige Minuten dort werden reichen für ein eindeutiges Feedback: Wir brauchen Entlastung bei der Arbeit, nicht noch mehr Belastung.“

Nachdem die Ministerin heute auf ihrer arbeitsmarktpolitischen Reise deutlich gemacht hat, an ihren Plänen festzuhalten, wird ver.di auch die geplanten Termine mit Landespolitiker*innen, 12-Stunden in einer ver.di Branche zu arbeiten, aufrechterhalten.
Mehrere Abgeordnete von SPD und Grünen haben bereits solche Schichten absolviert, weitere Abgeordnete dieser beiden Parteien haben grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt. Auch die stellvertretende FDP Vorsitzende Gabriele Heise ist bereit dazu, bisher aber keine Abgeordneten der CDU und auch keine Kabinettsmitglieder.

Pressekontakt

Andreas Henke
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