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ver.di zur heutigen SWR und ARD Berichterstattung zum Arbeitsschutz …

ver.di zur heutigen SWR und ARD Berichterstattung zum Arbeitsschutz – Land steht in der Verantwortung für die Folgen

19.09.2018

Die heutige Berichterstattung des SWR (derzeit Online, später Aktuell um 19:30 Uhr, Fit bis zur Rente um 20:15 Uhr) sowie in der ARD (Plusminus um 21:45 Uhr) belegt für ver.di Baden-Württemberg klar, welche erheblichen Defizite der Gesundheits- und Arbeitsschutz für die Beschäftigten in Baden-Württemberg inzwischen aufweist. Hauptgrund dafür sind aus ver.di Sicht die in den letzten zwanzig Jahren um 80 Prozent zurückgegangenen Kontrollen der Gewerbeaufsicht im Bereich Arbeitsschutz, die im Land damit flächendeckend faktisch nicht mehr stattfinden. Baden-Württemberg liegt hier auch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. So fand beispielsweise seit sieben Jahren keine flächendeckende Arbeitszeitkontrolle mehr statt. Dabei ist nicht nur die Zahl der Kontrolleure zurückgegangen, die Beschäftigten in der Aufsicht haben auch zunehmend Umweltschutzprüfungen zu machen. Von den 225 neu geschaffenen Stellen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft profitiert der soziale und medizinische Arbeitsschutz nicht.

Besonders betroffen sind davon vor allem gefährliche Tätigkeiten im Bau oder auch in der Logistik, wo leider auch wieder eine Zunahme der Todesfälle zu konstatieren ist. Aber auch im gesamten Bereich der Pflege, sowohl in Krankenhäusern als auch in der Altenpflege, nehmen gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen immer mehr zu.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Unzureichender Arbeits- und Gesundheitsschutz ist kein Kavaliersdelikt. Arbeitgeber, die hier sparen, provozieren gefährliche Folgen für ihre Beschäftigten und in Krankenhäusern auch für Patientinnen und Patienten. Ein Staat, der seine Kontrollfunktion nicht mehr wahrnimmt, ist für diese Entwicklung direkt mitverantwortlich.“

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz gilt auch für die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz.

Gross: „Die dramatische Zunahme psychischer Erkrankungen hat ihre Ursache auch in der steigenden Belastung an den Arbeitsplätzen, insbesondere aufgrund der zunehmenden Arbeitsverdichtung. Auch hier sind Kontrollen gefordert.“

Pressekontakt

Andreas Henke
Pressestelle
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