Landesbezirk Baden-Württemberg

Jobrad - Es gibt bessere Alternativen

Jobrad - Es gibt bessere Alternativen

Jobrad ver.di Jobrad

Wir wollen, dass Beschäftigte, die mit dem Rad oder Pedelec zur Arbeit kommen, mindestens die gleiche finanzielle Unterstützung von ihren Arbeitgebern bekommen, wie die, die ÖPNV oder Autos nutzen.

Dienstfahrräder geleast durch Entgeltumwandlung werden gerade als eine win-win-win Situation beworben: Der Beschäftigte spart Geld, der Arbeitgeber auch, und die Umwelt gewinnt auch noch.

Letzteres stimmt uneingeschränkt, deshalb hat ver.di auch nichts gegen Fahrräder. Aber bei den derzeit angebotene Modellen gewinnen nur die Arbeitgeber und die Fahrradhändler wirklich, für die Beschäftigten geht es Richtung Nullsummen Spiel, Hauptverlierer sind die Sozialkassen.

Warum?

Private Fahrradhändler bieten Beschäftigten an, einen Teil ihres Entgelts durch den Arbeitgeber in eine monatliche Leasingrate umwandeln zu lassen, um so beispielsweise beim Kauf eine (E-)Bikes im Wert von 2.500 Euro über 600 Euro zu sparen.

Im Kleingedruckten ist schnell zu erkennen: Die Hälfte des gesparten Kaufpreises entsteht durch eine fiktiv bei einem Neukauf unterstellte Fahrradversicherung von drei Jahren im Wert von 315 Euro, also einem Kaufpreis von dann 2.815 Euro statt - verhandelt und mit Skonto - wahrscheinlich sogar unter 2.500 Euro.

Die anderen 300 Euro fallen nicht vom Himmel, sie fehlen dem Staat durch Steuereinnahmen aber vor allem den Sozialversicherungen.

Die Krux: Wer weniger in die Rentenversicherung einzahlt spart nur scheinbar, dadurch sinkt auch automatisch die spätere Rente, auch die Ansprüche auf Krankengeld und Arbeitslosenunterstützung sinken natürlich.

Richtig sparen kann bei diesem Modell nur der Arbeitgeber, nämlich seine Beiträge zur Sozialversicherung.

Deshalb lehnt ver.di Modelle der Entgeltumwandlung ab, in denen tarifliche Bestandteile des Gehalts gekürzt werden.

Anders sieht es aus, wenn Arbeitgeber bereit sind on top die Leasingraten zu finanzieren. Dann stehen wir auch für tarifvertragliche Lösungen bereit. Das wollen die öffentlichen Arbeitgeber und die meisten privaten bis jetzt aber nicht.

Der öffentliche Dienst im Land und viele Kommunen geben ihren Beschäftigten einen Zuschuss zum ÖPNV (Jobticket), meist 25 Euro im Monat. Radfahrer*innen werden davon ausgeschlossen. Warum eigentlich?

Weitere Informationen zu den angebotenen Modellen und Infos in den Flugblättern (rechts) und Pressemitteilungen (unten) dazu.