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ver.di Baden-Württemberg zum Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme: Spitze nur beim Personalschlüssel

28.08.2017

ver.di sieht im Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung keinen Grund für Baden-Württemberg, sich auszuruhen.

„Baden-Württemberg ist spitze bei der Betreuungsrelation und abgeschlagen bei der Betreuungsquote. Ausruhen ist also in keiner Weise angesagt“, so Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Alle haben noch reichlich Hausaufgaben zu erledigen, die einen bei den Qualitätsstandards, die anderen bei der Zahl der angebotenen Plätze. Aus Sicht der Erzieherinnen und Erzieher sowie der betreuten Kinder ist die Relation eines, aber nicht das einzige Merkmal für eine gute Kinderbetreuung. Eltern ohne Betreuungsangebot für ihre Kinder bleiben weiter auf sich gestellt.“

Etliche Stellen von Erzieherinnen im Land sind nicht besetzt. Auch Stuttgart, das in der Studie einen Spitzenplatz hat, sucht aktuell rund 175 Erzieherinnen und Erzieher für unbesetzte Stellen, gut 1.000 Betreuungsplätze fehlen allein dadurch in der Landeshauptstadt. ver.di fordert deshalb eine weitere Aufwertung des Berufs der Erzieherin und des Erziehers.

Binder: „Eine auf drei Jahre befristete Zulage wie in Stuttgart reicht offenkundig nicht. Die Möglichkeiten, die der Tarifvertrag zur Eingruppierung bietet, müssen voll ausgeschöpft werden. Wo das nicht reicht, um Stellen attraktiv genug zu machen, reichen wir den Arbeitgebern gerne für Lösungen zur Fachkräftegewinnung die Hand.“

Handlungsbedarf sieht ver.di nach wie vor auch bei den Leitungsaufgaben. Das gleiche gilt für die Anleitung von Auszubildenden. Auch die Kalkulation von Personalreserven für Krankheit, Urlaub und Fortbildung fällt in den Einrichtungen ungenügend aus, wodurch sich die Personalsituation regelmäßig verschärft. Hier muss dringend nachgesteuert und personelle Freiräume geregelt werden.

ver.di fordert deshalb, die strukturellen Rahmenbedingungen, vor allem Freistellungsanteile für Leitungskräfte und verbindliche Zeiten für die Anleitung von Auszubildenden, landesgesetzlich zu regeln.

Für den intensiveren Betreuungsbedarf von Flüchtlingskindern, die mit teilweise traumatischen Erfahrungen in die Einrichtungen kommen, aber auch für die bessere Inklusion von Kindern mit Handicaps, braucht es mehr und sehr gut aus- und fortgebildetes Personal, das die Möglichkeit hat, durch kontinuierliche Konzeptionsarbeit die Qualität stetig weiter zu entwickeln – hier ist die Landesregierung mit der Regelung, dass für Flüchtlingskinder Gruppen vergrößert werden können, auf dem Holzweg.

Pressekontakt: Hanna Binder 0151 12071303

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Andreas Henke
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